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Eine für den alttiroler Raum einzigartige Brauchtumsform wird alljährlich in Prad gepflogen. Sobald die „Maschger“ ein Gasthaus betreten, eröffnet der „Bajaz“ den Tanzreigen. Er trägt ein kariertes Kostüm, eine weiße Halskrause, einen mit bunten Bändern und Blumen geschmückten Spitzhut und einen Stab mit dem er den Takt zur Zieharmonikamusik schlägt.
Hinter ihm, in Zweierreihen aufgestellt, warten bereits die acht Paare auf ihren Auftritt, alles Männer tanzen zu je einer anderen Melodie: Herr und Frau treten zuerst auf, gefolgt von Tuxner und Tuxnerin und Zilltertalerin, Mohr und Mohrin. Seit einigen Jahrzehnten ist es üblich, dass auch einige junge Schuhplattler auftreten, bevor dann das letzte Paar „Zoch und Pfott“ auftanzen. Diese zwei Gesellen rufen bei den Zuschauern die größte Begeisterung hervor, ihr plumpes und ausgelassenes Auftreten ist jedes Jahr eine Gaudi bei den Zuschauern. Sie tragen Gummilarven, damit sie nicht erkannt werden, sind in Lumpen gekleidet und demonstrieren augenscheinlich die Fruchtbarkeit. Nachdem alle einmal aufgetanzt haben, gibt es einen Rücktanz, bei dem sich aber nur noch sechs Paare beteiligen, einige davon gemeinsam. Inzwischen sammelt der Bauer mit seinem großen Hut freiwillige Spenden ein, die Bäuerin bestellt Getränke für die „Maschger“. Das Zigeunerpaar begibt sich hinter die Theken und stiehlt den Wirten Wein- und Schnapsflaschen, auch entwenden Sie den Zuschauern oft mit List Getränke und Zigaretten. Der „Zoch“ und die „Pfott“ tanzen kein zweites Mal, sondern stürzen sich zuletzt auf die Zuschauer. Der „Zoch“ küsst einmel mehr einmal weniger wild alle Frauen und die „Pfott“ macht dasselbe mit den Männern. Wenn der Zieharmonikaspieler zuletzt das Lied „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ spielt, verabschieden sich die „Maschger“ vom Gasthaus und ziehen singend in das nächste.
 
Niemand weiß genau, wie lange es diesen besonderen Prader Brauch gibt. Nach einigen Historikermeinungen geht dieser Brauch in die Zeit der Donaumonarchie zurück. Auch gibt es eine umstrittene Interpretation, dass die „Maschger“ eine Art Hochzeitszug darstellen soll, denn Herr und Frau sind wie Bräutigam und Braut gekleidet. Die anderen Figuren könnten laut dieser Interpretationen geladene Gäste sein. Bauer und Bäuerin sowie „Zoch“ und „Pfott“ würden dabei unseren Landesteil hier repräsentieren. Mohr und Mohrin sind ein relativ junges Paar und erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts bei den „Maschgern“ mit dabei. Wieder eine andere Forschung sieht im stummen Auftreten der Paare und in ihrem Linkstanzen Hinweise auf einen Totentanz und somit eine viel ältere Entstehung des Brauchs.
 
Welche Bedeutung die „Maschger“ auch immer haben mögen, ihre Faszination ist bis heute ungebrochen. Früher traten die Spielbuben als „Maschger“ auf, in neuerer Zeit übernimmt jährlich ein anderer Verein des Dorfes die Organisation dieses Brauches. Seit jeher werden die „Maschger“ von Männern dargestellt. Im Jahr 1966 wurden alle weiblichen Figuren außer der „Pfott“ mit Frauen besetzt, doch dieser Versuch stieß bei der Bevölkerung auf großen Widerstand und wurde wieder fallengelassen.

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